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KGSt®-Kongress Digitalisierung und IKT

Von EfA, Future of Work und Visionen für die öffentliche IT

Mit rund 150 Teilnehmenden fand der KGSt®-Kongress Digitalisierung und IKT in diesem Jahr digital statt. Eine absolute Premiere für das Format, welches die KGSt gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kommunikation und Netze (AKN) des Deutschen Städtetages und mit Unterstützung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes veranstaltet. Und auch virtuell ist der Raum groß für die drängenden Themen unserer Zeit.

 KGSt®-Kongress Digitalisierung und IKT (AKN-Forum) am 24. Juni 2021 KGSt®-Kongress Digitalisierung und IKT (AKN-Forum) am 24. Juni 2021

Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ist ein maßgeblicher Hebel zur Gestaltung moderner, digitaler Services für die Bürgerinnen und Bürger und für die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Der Kongress nahm daher sowohl die aktuellen Themen rund um OZG-Umsetzung, das Einer-für-Alle-Prinzip (EfA), die Registermodernisierung oder Plattformtechnologien in den Blick, als auch die Bausteine, die es für die Zukunft der Arbeit braucht: Von Datenmanagement über KI und Automation bis hin zu virtueller Zusammenarbeit und Kollaboration.

In der Moderation und Gestaltung des digitalen Kongresses am 24. Juni 2021 war es unserer Referentin Anika Krellmann wichtig, dass auch die Teilnehmenden selbst – gerade virtuell – immer wieder aktiv dabei sein können.

KGSt-Programmbereichsleiter Marc Groß betonte gleich zu Beginn die enorm relevante Rolle der kommunalen IT – das habe auch die Corona-Pandemie wieder gezeigt. Eine erfolgreiche IT gestalte demnach "Future of Work" – ein Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses – maßgeblich mit. Gerade deswegen sei eine Austauschplattform wie der KGSt®-Kongress, der es sich zum Ziel macht, "Management" und "Techie" zusammenzubringen, so wichtig.

Dr. Uda Bastians, Beigeordnete beim Deutschen Städtetag, wies daraufhin, dass auch die aktuellen Dresdner Forderungen zur digitalen Verwaltung von morgen die Relevanz der Frage zeigen, wie die kommunale IT heute aufgestellt sein muss, welche Leistungen vor Ort für die Bürgerinnen, Bürger und Mitarbeitenden erbracht und welche IT-Verfahren genauso gut zentral durch Bund oder Länder angeboten werden könnten. Die Dresdner Forderungen sind laut Dr. Uda Bastians die Grundlage für eine weitere Diskussion zu Vereinfachungen bei der kommunalen Aufgabenwahrnehmung sowie zu einer stärkeren Konzentration auf kommunale Aufgaben.

Bei diesen und weiteren aktuellen Fragestellungen ist der AKN ein wichtiges Gremium des Deutschen Städtetages. Praxisexpertinnen und -experten von Kommunalverwaltungen aus ganz Deutschland beraten sich hier zu wichtigen Themen der IKT. Ralf Lion, Vorsitzender des AKN, wies daher darauf hin, wie wichtig es ist, diese Diskussionen über den gemeinsamen Kongress zu öffnen und in die Breite zu bringen. Und schließlich seien einige Konzepte der Großstädte auch auf kleinere Kommunen übertragbar, lieferten wichtige Impulse und Blaupausen, die dann örtlich-spezifisch aufgegriffen und angepasst werden könnten, ergänzte Alexander Handschuh, Sprecher des DStGB.

Nach diesem Eröffnungspanel war es nur allzu passend, dass Dr. Johannes Ludewig in seiner Keynote forderte: "Die Öffentliche IT muss sich transformieren". Sie leide an einer Überkomplexität – das habe die OZG-Umsetzung bis jetzt sehr illustrativ verdeutlicht. Dafür brauche es Orientierung und die Koordinierungskosten müssten gesenkt werden. Drei Lösungsansätze wurden daraufhin in ihrem Für und Wider ausführlich diskutiert: Das EfA-Prinzip, die Dresdner Forderungen und die Ausführungen zum "OZG 2.0" der KGSt sowie Standardisierung, Modularisierung und Plattformen. Zentral sei mehr Strategiekapazität. Denn ohne Strategie fehle die Orientierung bei den vielfältigen Anforderungen, mit denen die IT heute konfrontiert ist.

Das war eine wunderbare Vorlage für den Impuls von Dr. Daniela Rothenhöfer, Hauptabteilungsleiterin IT-Strategie, IT-Steuerung, IT-Controlling der Landeshauptstadt München. Sie erläuterte die Digitalisierungsstrategie ihrer Verwaltung und schilderte, dass diese gleichsam Anker für die IT-Strategie sei. Nur wenn Digitalisierungs- und IT-Strategie konsequent zusammengedacht würden, werde ein Schuh daraus. Das bedinge auch eine Stärkung der IT-Steuerung. Besonders gefragt waren seitens der Teilnehmenden die konkreten Beispiele für Handlungsfelder der Digitalisierungsstrategie mit Außen- und Innenwirkung.

Danach ging es in die schon traditionell etablierten "Parallel Slots" mit Management- bzw. Techie-Schwerpunkt. Während das Management die föderale Gestaltung der öffentlichen IT, Plattformtechnologien und die Rolle von Open-Source-Software vertieften, wurden im Techie-Slot zum einen Fragestellungen rund um die Schul-IT und zum anderen die IT-Infrastruktur für eine Smart City diskutiert.

Nach der Mittagspause widmeten sich die Teilnehmenden dem Themenschwerpunkt "Future of Work": Thomas Dengler, noventum GmbH, erläuterte die Bedeutung einer Agilisierung der IT und die Veränderung der Rolle der IT in der Organisation. Marc Eichborn, CDO bei BITMARCK, räumte mit Vorurteilen und Fehlinterpretationen von "New Work" auf und zeigte sehr praxisorientiert, welche Rolle die Gestaltung des Raums für die Zukunft der Arbeit spielt: Dieser muss sich um die Arbeit entwickeln und nicht, wie üblich, die Arbeit in den Raum.

Die beiden Beiträge waren der Auftakt für die Workshop-Phase. Auch virtuell kamen die Teilnehmenden hier in den aktiven Austausch zu den Themen Datenmanagement, KI und Automation, Videokonferenzen und digitale Gremienarbeit sowie virtuelle Zusammenarbeit und Kollaboration.

"Gut gemachte Digitalisierung denkt weiter", war ein zentrales Statement von Christian Pfromm, CDO der Freien und Hansestadt Hamburg. In seinem Impuls stellte er dar, dass Bund, Länder und Kommunen sich konstruktiv hinter dem EfA-Prinzip versammeln sollten, die Registermodernisierung ein bedeutender Schritt für die Digitalisierung sei und Prozesse auch komplett neu strukturiert werden müssten. Dafür brauche es zum einen mehr Offenheit für externe Innovation, neue Technologien und Arbeitsmethoden und zum anderen eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Prozess – etwa über sogenannte Reallabore.

Der KGSt®-Kongress Digitalisierung und IKT war wie ein virtueller Power-Riegel – reich an interessanten Themen und aktuellen Fragestellungen. Die Referierenden und die Teilnehmenden mit ihrer aktiven Mitgestaltung trugen maßgeblich dazu bei. "Im nächsten Jahr freuen wir uns aber auch wieder auf die persönliche Begegnung", waren sich Anika Krellmann und Ralf Lion zum Abschluss einig.

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